PCI-Karte

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seit dem 12.07.2000

 

PCI-Karten

Mit Hilfe einiger Tricks können Sie die Hardware in den meisten Fällen erfolgreich einbauen.

Für fast alle Fehler bei PCI-Karten (PCI: Peripheral Componente Interconnect) sind entweder mechanische Störungen (die Karte steckt nicht richtig im Steckplatz) oder Konflikte mit bereits vorhandenen Karten verantwortlich sind. Das führt dazu, dass entweder die Karte nicht richtig funktioniert, nicht vom Computer erkannt wird oder der Rechner gar nicht hochfährt. Von diesen Überlegungen lässt sich ein einfaches Schema ableiten, mit dessen Hilfe Sie den Fehler in vielen Fällen selbst eingrenzen und beheben können.

  1. Sie analysieren die Lage zuerst mit Hilfe des Gerätemanagers.

  2. Sie weisen der Karte im Bios-Setup des PC einen freien Interrupt manuell zu.

  3. Sie bauen alle anderen Karten aus und prüfen, ob Windows die Karte dann immer noch nicht erkennt.

Der Gerätemanager von Windows

Typischerweise hat man die Karte eingebaut und den Treiber installiert. Windows startet normal, alles scheint in Ordnung – nur die Karte tut ihren Dienst nicht. Beginnen Sie dann mit der Fehlerdiagnose, indem Sie sich mit Hilfe des Gerätemanagers erste Informationen verschaffen. Sie erreichen ihn über "Start | Einstellungen | Systemsteuerung | System" oder einfach, indem Sie auf dem Desktop mit der rechten Maustaste auf das Symbol "Arbeitsplatz" klicken und im Kontextmenü "Eigenschaften" aufrufen. Hier wählen Sie dann die Karteikarte "Geräte-Manager" aus.

Im Gerätemanager führt Windows alle Hardwarekomponenten nach Gerätetypen geordnet auf. Mit einem Klick auf das Plus-Zeichen vor einem Gerätetyp zeigen Sie die jeweilige Komponente an.

Nicht erkannte Karten oder Systemerweiterungen, zu denen kein Treiber eingerichtet ist, sind in der Kategorie "Andere Komponenten" abgelegt und mit einem Fragezeichen versehen.

Ist das Gerät dagegen mit einem roten Kreuz gekennzeichnet, ist es deaktiviert und kann nicht genutzt werden.

Deutlicher Hinweis, dass bei einem Gerät etwas faul ist, ist ein gelber Kreis mit einem Ausrufezeichen, der den entsprechenden Eintrag schmückt. Dann liegt mit großer Wahrscheinlichkeit ein Gerätekonflikt vor. Das heißt: Die gekennzeichnete PCI-Karte versucht, Systemressourcen zu nutzen, die bereits von einem anderen Gerät belegt werden – und hat dabei den Kürzeren gezogen.

Wenn Sie die Karte hier nicht unter der jeweiligen Gerätekategorie – auch nicht unter "Andere Komponenten" – finden, ignoriert Windows sie einfach. Dann sollten Sie das BIOS-Setup des Rechners einer näheren Inspektion unterziehen. Dazu später mehr.

Falsche Interrupts sind häufig die Ursache von Gerätekonflikten

Häufige Ursache für Gerätekonflikte ist ein falsch belegter Interrupt (IRQ). Ein Interrupt ist sozusagen eine PC-interne Telefonleitung, mit der die zusätzlichen Rechnerkomponenten mit dem Hauptprozessor in Kontakt treten. Leider gibt es nur eine begrenzte Anzahl dieser Leitungen. PCI-Karten lösen das Problem, indem sie IRQs gemeinsam nutzen. Adress-Konflikte entstehen vor allem in Verbindung mit alten, nicht Plug-and-play-fähigen ISA-Karten. Denn diese können sich Interrupts nicht mit anderen Komponenten teilen und erheben alleinigen Anspruch auf einen IRQ.

Bei falscher Konfiguration weiß das Betriebssystem unter Umständen gar nichts von der ISA-Karte und erkennt nicht, dass die Adresse bereits belegt ist. Der Geräte-Manager von Windows zeigt die PCI-Karte dann sogar als funktionsfähig an, obwohl sie es nicht ist. Abhilfe schafft es, entweder die von der ISA-Karte benutzen Adressen im Bios anzugeben (siehe unten) oder diese Karten aus dem Rechner auszubauen.

Um festzustellen, welchen IRQ einer Komponente belegt, wählen Sie sie im Gerätemanager aus und rufen ihre Eigenschaften mit Hilfe der entsprechenden Schaltfläche auf. Der Eigenschaften-Dialog einer Komponente enthält je nach Gerät verschiedene Karteikarten. Bei Steckkarten finden Sie immer die Karteikarte "Ressourcen". Hier zeigt der Gerätemanager die Systemressourcen an, die die Komponente nutzt: den Interrupt und eventuell den von ihr belegten Speicherbereich. Konnte Windows den Fehler diagnostizieren, beschreibt es ihn im Feld "Gerätekonflikte". Oft erkennt Windows aber keinen Fehler und versagt hier kläglich. Dann heißt es für Sie: tiefer bohren.

Das Bios-Setup aufrufen

Die nächste Anlaufstelle ist das Bios (Basic Input/Output System) des Computers. Es regelt die grundlegenden Mechanismen zum Datenaustausch der verschiedenen Ein- und Ausgabegeräte – und nichts anderes ist eine PC-Karte, egal ob im ISA- oder im PCI-Standard.

Die Änderung der Bios-Einstellungen macht allerdings nur dann Sinn, wenn die PCI-Karte überhaupt vom PCI-Controller des Rechners erkannt wird. Dies können Sie anhand eines entsprechenden Eintrags in der Liste der erkannten PCI-Geräte feststellen. Diese Liste erscheint während des Startvorgangs, kurz bevor der Computer mit dem Laden von Windows (oder einem anderen Betriebssystems) beginnt.

Beim normalen Starten ist die Liste kaum zu lesen, da sie nur sehr kurz angezeigt wird, bevor die Meldung "Windows 98 wird gestartet" erscheint. Mittels der [Pause]-Taste auf Ihrer Tastatur können Sie den Startvorgang jedoch an dieser Stelle anhalten und die Liste in Ruhe inspizieren. Darin werden alle erkannten PCI-Geräte inklusive der ihnen zugeordneten IRQs aufgeführt. Die Namen der Geräte entsprechen allerdings nicht den Herstellerbezeichnungen, sondern beschreiben die Funktion.

Wundern Sie sich nicht, wenn die Liste mehr Geräte anzeigt, als Sie in Ihrem PC eingebaut haben. Die zusätzlichen Einträge sind der Festplatten-Controller und andere schon auf der Hauptplatine vorhandene PCI-Geräte. Außerdem werden manche Geräte mehrfach erwähnt, beispielsweise eine Soundkarte mit Joystick-Schnittstelle. Haben Sie sich einen Überblick verschafft, setzen Sie das Booten des Systems mit der [Druck]-Taste fort.

Steht fest, dass der Rechner die fragliche PCI-Karte erkennt, können Sie sich ins Bios begeben. Sie rufen es in den meisten Fällen auf, indem Sie beim Booten des PC gleich nach dem Anschalten des Computers die [Entf]-Taste gedrückt halten. Bei manchen Systemen kann es auch eine andere Taste oder Tastenkombination sein. Welche Taste Ihnen ins Bios verhilft, zeigt der Rechner kurz nach dem Einschalten an, beispielsweise "Press DEL to enter SETUP".

Die Plug-and-Play-Einstellungen ändern

Im Bios angekommen finden Sie eine Übersicht der verfügbaren Konfigurationsmenüs. Je nach Hersteller oder Version lautet der Menüpunkt zur Konfiguration der PCI-Komponenten unterschiedlich, beispielsweise "PNP/PCI Configuration" oder "PNP and PCI Setup".

Leider gibt es keine einheitliche Vorgehensweise, da verschiedene Bios-Versionen auf dem Markt sind und zudem die Mainboard-Hersteller das Bios üblicherweise an ihre Bedürfnisse anpassen. In manchen Fällen kann es sogar sein, dass die benötigten Funktionen ganz oder teilweise ausgeschaltet wurden. Dann sind Ihnen die Hände gebunden, sofern Ihr Mainboard- bzw. Computer-Hersteller nicht ein Bios-Update anbietet, das die Funktionen frei gibt.

In diesem Artikel ist das Vorgehen anhand des weit verbreiteten Award Bios 4.51 und seines Nachfolgers 6.0 beschrieben. Die beiden Versionen wurden nach der Übernahme von Award durch Phönix im Aufbau sehr stark an das Phönix-Bios angelehnt. Wer sich tiefer in die Geheimnisse des Bios vertiefen will, findet dazu genug Lesestoff im Bios-Kompendium von Hans-Peter Schulz.

Im PCI-Menü können Sie beispielsweise einstellen, ob Interrupts generell vom System automatisch verteilt werden sollen oder ob manuelle Änderungen möglich sein sollen. Dazu stehen Ihnen in der Zeile "Resources controlled by" die Angaben "Manual" und "Auto" zur Verfügung. Sie können eine Einstellung ändern, indem Sie die Auswahl auf das entsprechende Feld setzen und dann mit Hilfe der Tasten [Bild aufwärt] und [Bild abwärts] blättern.

Ist "Manual" eingestellt, so zeigt das Setup-Programm die IRQ- und DMA-Plätze an und ob sie von nicht Plug-and-Play-fähigen ISA- oder von PCI-Karten genutzt werden. Hier kann beispielsweise der Fehler liegen, wenn der IRQ einer ISA-Karte ihr hier nicht zugeordnet ist.

Um ihn zu beheben, müssen Sie alle von den ISA-Karten belegten Adressen (IRQ, DMA und eventuell Speicherbereiche mit Hilfe von UMB oder MEM) als belegt definieren. Sie müssen lediglich die von ISA-Karten belegten Adressen, mit "Yes" kennzeichnen – beispielsweise "IRQ 9 Used By ISA", falls Ihre alte ISA-Karte den IRQ 9 verwendet. Bei anderen Bios-Versionen erreichen Sie das gleiche Ergebnis, wenn Sie in der Zeile "IRQ-9 assigned to" den Wert "Legacy ISA" eintragen.

IRQs, die mit "No/ICU" oder "PCI/ISA PnP" versehen sind, stehen für PCI- und Plug-and-Play-fähige ISA-Karten zur freien Verfügung. Im Award-Bios 6.0 verstecken sich die zuständigen Einträge in verschiedenen Rubriken namens "Resource Exclusion", werden aber analog zum alten Bios eingestellt.

Der PCI-Karte einen Interrupt zuweisen

Sind alle ISA-Karten sauber ihren IRQs zugeordnet, die PCI-Karte bockt aber nach wie vor, kann die Karte selbst der Schuldige sein. Dies liegt – wie so oft beim PC – daran, dass eine neue Technologie auf alten Standards aufgesetzt wird. Intern verwenden PCI-Karten eigene Interrupt-Adressen. Die werden nach außen hin in die "normalen" IRQs umgewandelt. Dieses PCI-eigene Interrupt-System ermöglicht es, dass sich mehrere PCI-Karten einen IRQ teilen können (Interrupt Sharing). Heutige PCI-Karten sollten damit keine Probleme haben. Ärger können allerdings Billigheimer oder besonders alte Karten machen, für die Interrupt Sharing ein Fremdwort sein kann. Dem können Sie vorbeugen, indem Sie jeder Karte einen eigenen IRQ zuweisen.

Die passenden Einstellung können Sie in beiden Award-Bios Versionen direkt im PCI-Konfigurationsmenü vornehmen. Hier finden Sie insgesamt vier Einträge mit einer Bezeichnung vom Typ "Slot 1 IRQ". Normalerweise sind diese Einträge auf "Auto" gesetzt. Sie können jedoch manuell einzelne oder alle Einträge direkt mit einem bestimmten IRQ verbinden. Bei Hauptplatinen mit vier PCI-Slots können Sie ohne Probleme jedem Slot einen eigenen IRQ zuweisen. Bei neueren Boards mit insgesamt sechs PCI-Slots reicht die Zahl der Interrupts dafür nicht aus. Die Slots 3 und 6 sowie 4 und 5 müssen sich dann zwangsläufig je einen IRQ teilen. Deshalb sind im Bios auch nur vier Einträge vorhanden.

Die Zuordnung der IRQs von Hand ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn die Option "PNP OS Installed" auf "No" gesetzt ist. Mit dieser Einstellung definieren Sie, ob ein Plug-and-Play-Betriebssystem installiert ist oder nicht. Bei "Yes" werden die nicht-bootfähigen Geräte direkt von Windows kontrolliert und können dort in der Systemsteuerung konfiguriert werden.

Die Plug-and-Play-Kontrolle an das Betriebssystem zu übergeben macht jedoch nur Sinn, wenn Sie auch ein entsprechendes Betriebssystem installiert haben. Unter Linux etwa, das Plug-and-Play noch nicht beherrscht, sollten Sie die Einstellung tunlichst auf "No" belassen.

Den Sitz der Karte im Steckplatz prüfen

Wenn all das Bisherige nicht gefruchtet hat und die PCI-Karte noch immer nicht will, sollten Sie zum Schraubenzieher greifen.

Achtung: Vor dem Öffnen des Gehäuses muss der Computer unbedingt ausgeschaltet werden. Alle handwerklichen Arbeiten am Rechner dürfen nur bei unterbrochener Stromversorgung ausgeführt werden. Zur Sicherheit ziehen Sie am besten das Netzkabel aus dem Gerät. Selbst, wenn Sie nur eine Schraube festziehen wollen, sollten Sie diesen Ratschlag befolgen. Vermeiden Sie auch elektrostatische Aufladungen. Empfehlenswert ist Kleidung, die nicht gleich einen "Schlag" versetzt, also Baumwollkeidung. Entladen Sie sich vor der Arbeit durch einen Griff an den Heizkörper oder den Wasserhahn.

Prüfen Sie als erstes, ob der Fehler am Steckplatz der Karte liegt. Beispielsweise sind bei älteren Mainboards nur einige Slots masterfähig, was insbesondere mit Controllerkarten zu Problemen führt. Entfernen Sie die störrische Karte aus ihrem Sockel und stecken Sie sie in einen anderen PCI-Slot, vorzugsweise den ersten unterhalb des Arbeitsspeichers, und schrauben Sie sie fest. Dann starten Sie den PC erneut. Falls Ihr PC nun erfolgreich bootet, ist der Fehler behoben.

Keine Besserung? Nächster Versuch: Nehmen Sie die Karte aus dem Steckplatz und stecken Sie sie langsam wieder zurück, bis sie fest sitzt. Schrauben Sie die Karte diesmal nicht fest. Eventuell steht Sie dadurch zwar ein wenig ab, aber dies können Sie in Kauf nehmen. Wichtig ist, dass sie auf jeden Fall sicher im Slot steckt. Dann starten Sie den Computer. Falls die Karte nun gefunden wird, ist die Hauptplatine oder das Gehäuse verzogen. Sie können dann versuchen, ob sich die Karte möglicherweise festzuschrauben lässt, ohne sie dabei aus dem Slot zu ziehen. Falls nicht, können Sie sie auch einfach stecken lassen, ohne sie festzuschrauben und eventuell vorhandene Stecker an der Rückseite der Karte vorsichtig wieder anbringen.

Die PCI-Karte als einzige Karte im System testen

Hat auch das die Karte nicht zum Laufen gebracht, hilft nur noch eine Radikalkur. Bauen Sie alle PCI-Karten bis auf die Grafikkarte sowie einen eventuell vorhandenen Festplatten-Controller (SCSI oder IDE) aus. Im Idealfall verwenden Sie statt der modernen Grafikkarte sogar eine alte VGA-Karte zum Testen, falls Sie noch einen solchen Oldtimer besitzen.

Starten Sie Windows und beenden es wieder, damit es sich an die neue Konfiguration "gewöhnt". Schalten Sie den PC wieder aus und bauen Sie dann die widerspenstige PCI-Karte wieder ein, vorzugsweise in den obersten Steckplatz. Nun starten Sie den Rechner. Wird Windows ordnungsgemäß geladen und die Karte korrekt erkannt, liegt das Problem an einem Konflikt zwischen verschiedenen Geräten. Typisch wäre beispielsweise ein alte ISA-Karte, die Speicheradressen belegt, ohne dies dem System mitzuteilen (siehe oben).

Eventuell müssen Sie ein wenig nachhelfen, indem Sie die Treiber aller ausgebauten Karten im Geräte-Manager entfernen. An welcher Karte es konkret liegt, erkennen Sie, wenn Sie nacheinander alle Karten wieder einbauen – natürlich stets bei ausgeschaltetem System – und den Rechner wieder hochfahren.

Wenn auch dieser Schritt nicht hilft, ist die Karte vermutlich defekt oder der Fehler sitzt so tief, dass nur ein Fachmann ihn beheben kann. Dann bleibt nur noch der Gang zum PC-Händler oder zum Hersteller. Doch in den meisten Fällen sollten Sie mit den beschriebenen Schritten das Problem in den Griff bekommen.